Die Geschichte von Haid und Auggenbach bei Konzell ist eng mit der von Altrandsberg verbunden, waren doch beide Hofmarken lange im Besitz der Familie Nothaft zu Altrandsberg.
Im Jahre 1419 verkauft Georg von Auggenbeck an Heinrich Nothaft zu Wernberg auf Altrandsberg einen Hof und fünf Sölden zu Auggenbach, ferner die Taferne zur „Hayde“.
1510 sind die Erben des Ritters Heinrich Nothaft „Auf der Haid und Auckhenbach“ eingetragen, 1525 wird ein Heinrich Nothaft auf Haid (ohne Erwähnung Auggenbachs) genannt.
1542 erscheint Ritter Heinrich Nothaft als Inhaber von Haid und Auggenbach, 1549 Albrecht Nothaft.
Letzterer verstarb 1580; er hinterließ drei Söhne als Erben.
1597 war als Alleininhaber Sebold Nothaft vermerkt (hier noch bloße Tafern).
In der Hofmarksbeschreibung von 1606 werden Auggenbach und Haid als eine beschlossene Hofmark ohne Edelmannsitz beschrieben, nur das Vorhandensein einer Taferne und eines Bräuhauses wird ausdrücklich vermerkt.
Die Gründung der Brauerei Haid erfolgte im Jahre 1600, diese Jahreszahl ist oben im Brauereiwappen des Maßkruges zu sehen.
In der Beschreibung von 1694 werden die Nothaft als Inhaber von Altrandsberg beglaubigt, Auggenbach und Haid sind besitzrechtlich damit verbunden.
Gemäß der Landtafel um 1737 hatte die Hofmark Auggenbach mit Taferne Haid Ritterschaftssteuer in Höhe von vier Forint (fl=Forint=Gulden) zu entrichten.
In der Beschreibung des Rentamtes Straubing von 1795 wird unter dem Landgericht Mitterfels die Hofmark Auggenbach und Haid als Besitz des Freiherrn Franz Xaver von Leoprechting vorgetragen. Dieser Familie gehörte Altrandsberg und damit auch Haid und Auggenbach bis ins 19. Jahrhundert.
1847 verkauften die Leoprechting das Landgut an Georg von Reiter, Patrimonialgerichtshalter zu Saulburg (Haid 1 Anwesen, Hofmarksherrschaft 1 / ¾, Bräuer).
Ein Patrimonialgericht war ein übergeordnetes herrschaftliches Gericht.
Von 1879 bis Anfang der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts befanden sich Brauerei und Landwirtschaft im Besitz der Familie Baumgartner, deren Ursprung in Konzell (Baumgartner-Metzger) lag.
Der Sohn der Metzgereheleute Franz-Xaver Baumgartner und seine Ehefrau Anna-Maria, geb. Knittelmeier, Lehrerstochter, aus Konzell, Georg Baumgartner ( geb. 22.April 1796 in Konzell) heiratete Anna-Maria Blasini aus Irschenbach am 25.September 1821 in Konzell.
Diese erwarben das Anwesen und die Brauerei in Kasparzell ( das spätere Gasthaus und die heutige Metzgerei Sperl).
Ein Sohn aus dieser Ehe, Josef Baumgartner ( geb. 27.September 1824 in Kasparzell), heiratete am 13.November 1849 Kathaina Fuchs (geb. 05.Mai 1856 in Nanzing).
Dieser Wolfgang Baumgartner und seine Ehefrau Katharina erwarben 1879 die Brauerei Haid nebst Landwirtschaft von dem Vorbesitzer mit Namen Haimerl.
Als Nachfolger der Eheleute Wolfgang und Katharina übernahm deren Sohn Johann Baumgartner (geb. 25.November 1880) den Betrieb.
Am 02.September 1906 heiratete dieser die Metzgertochter Cäzilia Baumgartner von Konzell (geb. 03.April 1882).
Deren Sohn Johann (geb. 09.November 1908, gest. 19.April 1956) mit Ehefrau Theresia Baumgartner, geb. Abriel (geb. 23.Oktober 1911, gest. 01Juli 1985) übernahmen anschließend den Betrieb.
Deren Sohn Hans-Gerd Baumgartner führte die Brauerei noch bis zum Auflassungsjahr 1963.
Die Brauerei und die dazugehörige Gaststätte wurden an die Brauerei Aldersbach verkauft. Die Brauerei wurde stillgelegt und als Depot weitergeführt, die Gaststätte ist verpachtet.
Diese Geschichte wurde mir von Fritz Maier Auggenbach zugetragen, wer sie letztendlich geschrieben hat weiß ich leider nicht.
Das Original kann man hier downloaden (PDF).